5 Millionen Anleger ohne Ansprechpartner und Betreuung

Seit einigen Tagen ist eine neue gesetzliche Regelung in Kraft, die viele Fragen aufwirft. Der Bundesverband Initiative 50Plus sprach darüber mit den Vorständen der VermögensVerbund eG. Müller: Herr Herzinger, Herr Kübler. Die private finanzielle Vorsorge wird in Zeiten des demografischen Wandels immer wichtiger. Die staatliche Rente reicht in vielen Fällen für die Sicherung des Lebensstandards im Alter nicht aus. Viele unserer Mitglieder haben Geld in Investmentfonds angelegt. Nun haben sich am 01. Juli die gesetzlichen Voraussetzungen für Berater deutlich verschärft. Stimmt es, dass Besitzer von Investmentfonds und Kapitalbeteiligungen seit dem 01. Juli diesen Jahres keinerlei Beratung oder Betreuung seitens Ihres Anlageberaters erwarten dürfen? Herzinger: Nicht alle, aber die meisten! Betroffen sind vor allem die Verbraucher, die Investmentfonds oder Kapitalbeteiligungen von unabhängigen Vermittlern, also nicht über Bankberater, bezogen haben. Die Auswirkungen sind riesengroß, da die Änderungen nicht nur die Beratung selbst, sondern auch alle hier handelnden Personen und Unternehmen betreffen. Vor dem 01. Juli durften unabhängige Finanzanlagenvermittler ihre Tätigkeit auf Grundlage des §34c GewO ausüben. Sie haben sich dazu eine Erlaubnis vom Gewerbeamt geholt. Seit dem 01. Juli ist die Erlaubnis zur Finanzanlagenvermittlung im §34f GewO geregelt, der den §34c quasi ersetzt. Kübler: Was erst einmal wenig spektakulär klingt. Aber von rund 80.000 Vermittlern haben sich bisher nur rund 25.000 für diese neue Erlaubnis entschieden. Und das bedeutet, dass rund 55.000 keine §34f Erlaubnis besitzen und ihre Kunden nicht mehr betreuen dürfen. Müller:  Eine Erlaubnis, eine Qualifizierung der Berater ist doch grundsätzlich richtig und wünschenswert. Denn in der Vergangenheit wurde doch oft Schindluder mit dem Geld der Anleger getrieben. Kübler: Wenn es um das Vermögen des Kunden geht und vor allem, wenn dieses Vermögen für die Altersvorsorge benötigt wird, dann sind selbstverständlich die höchsten Qualifikationen erforderlich. Genau darauf zielt ja die Regulierung ab. Müller: Wie viele Kunden sind davon denn betroffen? Herzinger: Wenn niedrig gerechnet jeder Vermittler mindestens 100 Kunden hatte, dann sind mehr als 5 Mio. Anleger unmittelbar davon betroffen. Müller: …und was bedeutet das für uns als Kunden konkret? Kübler: Sie sollten schnellstens überprüfen, ob Ihr Vermittler Sie noch betreuen darf oder nicht! Herzinger: Viele Vermittler haben ihre Kunden bereits über diese Veränderungen informiert. Kübler:  Aber viel schwieriger wird die Situation, wenn ein Anleger von seinem ehemaligen Anlageberater über die neue Situation noch nicht informiert wurde. Er verlässt sich dann immer noch auf die Kernleistung seines Anlageberaters: die Betreuung. Aber die findet nicht mehr statt. Und sie darf vor allem auch gar nicht mehr stattfinden! Eine unmögliche Situation, denn manche ehemaligen Anlageberater erhalten immer noch Bestandsprovisionen, obwohl sie weder aktuell noch in Zukunft eine Gegenleistung erbringen können und dürfen! Müller: Unglaublich. Und was können wir Kunden da unternehmen? Herzinger: Besitzer von Investmentfonds sollten möglichst bald mit ihrem Berater darüber sprechen, ob durch ihn zukünftig noch eine aktive Weiterberatung möglich ist oder nicht. Wenn nicht, ist in diesen Fällen aus Verbrauchersicht der Wechsel zu einem aktiven Anlageberater dringend zu empfehlen. Oder nach einer Alternative zu suchen, mit dem Ziel die weitere Betreuung durch den bisherigen Berater aufrecht zu erhalten. Eine solche Alternative bietet der VermögensVerbund als Genossenschaft (VVeG). Müller: Da besteht ja in der Tat ein großer Handlungsbedarf. Können Sie mir erklären, was die Idee hinter dem VermögensVerbund ist und welche Unterstützung Sie in dieser Situation den Mitgliedern unseres Bundesverbands Initiative 50Plus geben können? Herzinger: Unser VermögensVerbund ist ein genossenschaftlich organisierter  Zusammenschluss von Anlegern. Er gehört seinen Mitgliedern und alle Mitarbeiter sind ausschließlich diesen verpflichtet. Die Interessen der Mitglieder werden damit gebündelt und auf diese Weise wird die Genossenschaft als „Großeinkäufer“ wahrgenommen. Kübler: …und da haben wir uns als Vorbild die großen Family Offices genommen. Das sind die Vermögensverwaltungen für überaus wohlhabende Familien. Unser Ziel ist es, deren Leistungen und Möglichkeiten jedermann, also auch uns ganz normalen Kunden, zugänglich zu machen. Müller: Und wie darf man sich das vorstellen? Wird jetzt jeder Anleger zum Anlage-Experten? Kübler: Die Grundidee der VVeG ist einfach: Die Betreuung der Kunden durch einen Familienbetreuer der VVeG wird von der Verantwortung für das Produkt bzw. die Leistung, die extern erbracht wird, getrennt. Damit tun alle das, was sie am besten können. Der Familienbetreuer betreut, die Genossenschaft organisiert und der Vermögensverwalter legt an. Durch diese strikte Trennung benötigen die Familienbetreuer keine Lizenz irgendeiner Art, sondern sie müssen ausschließlich den Ansprüchen der betreuten Familien genügen und deren Vertrauen besitzen. Und der Familienbetreuer nimmt damit auch die Aufgabe wahr, die er am besten kann, nämlich die Interessen des Kunden zu kennen und zu wahren. Herzinger: Und es gibt keinerlei Interessenkonflikte. Alle haben das gleiche Ziel. Nämlich langfristig kein Geld verlieren und eine Kapitalmehrung unter Berücksichtigung individueller Lebensphasen zu erreichen. Durch die strenge Trennung der jeweiligen Aufgaben ergeben sich für den Kunden als Mitglied der Genossenschaft  auch separate Vertragsbindungen gegenüber dem Vermögensverwalter, der Depotbank und für die Betreuung gegenüber der VVeG. Alle Mitglieder zahlen die gleichen Gebühren und erhalten die gleichen Konditionen und Leistungen. Vollkommen unabhängig von dem investiertem Geld oder der Wahl des persönlichen Risiko-Rendite-Profils eines Genossenschaftsmitglieds. Und das Beste: Die Überschüsse der Genossenschaft werden an die Mitglieder steuerfrei rückvergütet. Müller: Das klingt aber ziemlich kompliziert! Wie funktioniert das im Detail? Herzinger: Die aktuell erste Dienstleistung der VVeG ist der Zugang der Genossenschaftsmitglieder zur FamilienVermögensVerwaltung®. Die Architektur dahinter ist einfach und robust. Sie besteht aus zwei standardisierten Vermögensverwaltungskonzepten, einem konservativen und einem dynamischen. Diese können nach Kundenwunsch in 11 Stufen miteinander kombiniert und bei Bedarf jederzeit angepasst werden. Sämtliche Rückvergütungen von Produktanbietern fließen unseren Kunden zu. Wir werden ausschließlich vom Kunden bezahlt und sind somit unabhängig in der Auswahl der externen Dienstleister und Produktanbieter. Im Klartext: wir müssen unsere Produkt-Entscheidungen nicht nach der Provisionshöhe ausrichten! Müller: Können sich unsere Mitglieder auch direkt an Sie wenden? Kübler: Herzlich gerne. Dafür sind wir ja da. Wir haben eine kostenlose Service-Hotline eingerichtet. Sie erreichen uns unter der 0800-7237424 oder Sie senden uns eine E-Mail an info@vveg.de. Müller: Liebe Mitglieder: Unternehmen Sie was! Rufen Sie an! Leiten Sie diese wichtigen Informationen an Freunde und Bekannte weiter! Posten Sie es auf Facebook! Und Ihnen beiden herzlichen Dank! Quellenangaben: Bundesrat Drucksache 89/12 vom 16.02.12; Bundesverband Investment und Asset Management 2012 Daten / Fakten / Perspektiven; www.vermittlerregister.info